

Qi ist die Lebensenergie

Gong ist die Übung und der Verdienst


Qigong: die außergewöhnlichen Verdienste und die Kunstfertigkeit, die eigene Lebenskraft zu erhalten und zu pflegen
Qigong (sprich: Tschigung) umfasst tausende Stile und Formen mit sehr unterschiedlichem Fokus. Die Übungen können still oder bewegt sein, meditativ oder dynamisch.
Viele bewegte Qigong Stile und Formen bestehen aus ganz sanften und einfachen Bewegungen, die häufig wiederholt werden. Manche Übungen werden auch in völliger Stille ausgeübt. Die sichtbaren Bewegungen sind nur ein Teil von Qigong, die uns helfen unseren Körper neu zu erfahren und in Harmonie zu kommen. Viel entscheidender sind die Prozesse auf energetischer und geistiger Ebene. Diese wunderbare Wirkung kann nur durch Üben Erfahren werden.
Grundsätzlich kann jeder in jedem Lebensalter und mit jeder Konstitution mit den Qigong-Übungen beginnen. Aufgrund der Vielfältigkeit der Qigongformen gibt es für den sehr aktiven Sportler meditative und schweißtreibendes Qigong und für Personen, die große körperliche Handicaps haben, gibt es ebenfalls wunderschönes Qigong im Sitzen oder Liegen. Die Übungen können meist bezüglich ihrer Intensität, Ausdehnung und Dauer an den jeweils individuellen Zustand angepasst werden.
Qigong ist an keine Religion gebunden! Es gibt viele Qigong Meister die Christen, Buddhisten, Taoisten oder ohne Religion sind. Auch gibt es islamische Qigong-Übungsgruppen.

zu entspannen
Wir nähern uns dem natürlichen Zustand.

zur Ruhe zu kommen
Ich komme in meiner Mitte an. (Ein Stein sinkt im Ozean.)

zur Natürlichkeit und tiefen Einfachheit
Wir lassen alle Unwichtigkeiten von unserem Ich weg.

zum Einswerden
Ich vergesse mich selbst und werde eins mit dem Himmel.
Das chinesische Schriftzeichen für Qi symbolisiert aufsteigenden Dampf, in seiner alten ursprünglichen Schreibweise Dampf, aufsteigend aus einem Reistopf. Ein Kochtopf voll mit wohlriechendem dampfenden Reis - etwas, was am Leben hält, nährt, verbunden mit aufsteigender Bewegung und Kraft bringend. Das ist Qi.
Nach chinesischer Vorstellung wird alles Lebende von dieser Energie durchdrungen und wir alle werden mit einem bestimmten Potential an Qi geboren. Stress, ungesunde Lebensführung, Verletzungen oder Operationen verringern das Qi. Wir fühlen uns schlapp und kraftlos, wenn wir zu wenig Qi haben, und voller Energie, wenn es uns sehr gut geht. Qi ist kurz gesagt das, was ein lebendes von einem toten Wesen unterscheidet.
Qi fließt in Meridianen durch unseren Körper. Meridiane sind die Energieleitbahnen auf denen die Akupunkturpunkte sitzen. Die Meridiane können durch Fehlhaltungen, zu wenig Bewegung, innerer Anspannung, Verletzungen, Operationen oder Ähnliches blockiert sein. Wenn der Fluss der Lebenskraft im Körper über längere Zeit unausgeglichen ist, kann es zu Krankheiten und Störungen kommen. Der freie Fluss des Qi ist die Grundlage für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden.
Die Welt, das Sein, Mikrokosmos wie Makrokosmos, alles in Bewegung, im Wandel und all diese Bewegung hat im asiatischen Weltbild mit Qi zu tun, bzw. das, was etwas in Bewegung setzt, ist eine Form von Qi. Hierdurch mag verständlich werden, dass es nicht EIN Qi gibt, sondern Qi vielmehr eine Beschreibung, eine Idee ist, ein begriffliches Konzept für das, was die Welt sich drehen lässt.
Unsere Erde ist umgeben vom Qi des Himmels (Tian Qi). Nur durch das Qi des Himmels, das unseren Planeten schützend umfasst, kann Leben auf der Erde entstehen und bestehen. Ewig fließt das Qi des Himmels, verändert sich in den Jahreszeiten und wird dennoch nicht weniger.
Qi ist der Beweger. Alles, was mit irgendeiner Form von Bewegung und/oder Erwärmung/Abkühlung zu tun hat, ist mit Qi verbunden. Im menschlichen Körper finden wir zahlreiche verschiedene "Arten" von Qi, nicht eben nur ein Qi. Wer sich nur ansatzweise vorstellt, wie viele verschiedenen Prozesse ständig in unserem Körper stattfinden, bekommt eine Idee davon, wie viele verschiedene Qi es hier zum einen geben mag und zum anderen, wie viel davon gebraucht wird.
Die ältesten Hinweise auf die chinesischen Übungen finden sich in den medizinischen Ratschlägen des Arztes Qi Bo an den Gelben Kaiser, Huang Di, der um 700 vor unserer Zeit regiert haben soll. Dem Tao (natürliche Harmonie) folgend, sollte Yin und Yang ausgeglichen sein. Eine Lebensweise, maßvoll in ihrer Ernährung und in ihren Tätigkeiten wurde empfohlen, Überforderung sollte vermieden werden. Es wurde angeraten in Achtsamkeit zu leben, um dem Körper und Geist nicht zu schaden. So versetzte man sich in die Lage 100 Jahre zu leben.
Ein auf Seide gemalter Fund - datiert auf das Jahr 168 v. Chr. beinhaltet Text und farbige Zeichnungen über 28 von ursprünglich 40 Zeichnungen, die von jungen und alten Männern und Frauen ausgeführt werden. Manche Figuren lassen Bewegungen erkennen, die heute als die „8 Brokate“ bekannt sind.
Unzählige verschiedene Stile und Formen von Qigong sind in den vergangenen 5000 Jahren entstanden. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Taoistischen Übungen immer wieder verändert Die Grundmotivation war aber immer eine Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit, zur Steigerung des persönlichen Wohlbefindens und der tiefen Entspannung.